Historischer Verein für die Grafschaft Ravensberg e.V.

AG für Altertum und Frühmittelalter

Als Ergänzung der vorhandenen Arbeitsgemeinschaften soll eine neue Gruppe "Altertum und Frühmittelalter in Westfalen" gegründet werden. Geplant ist die Aufarbeitung der Ereignisse aus der Zeit zwischen dem Jahr 0 und 1000 n. Chr., von den Rhein-Weser-Germanen bis zu den Alt-Sachsen. Schwerpunkte werden unter anderem die Auseinandersetzungen mit Römern und Franken sein. Sprachforschung, Siedlungsgeographie und Religionsgeschichte sind mögliche Themenfelder. Im Rahmen der neuen AG sind Ausstellungsbesuche, Vorträge, Besichtigungen von historischen Plätzen und Veröffentlichungen angedacht. Regelmäßiger Termin ist der dritte Donnerstag im Monat, 19.30 Uhr im Stadtarchiv, Rohrteichstr. 19, erstmals am 17. September 2009. Die AG trifft sich jetzt immer am zweiten Donnerstag im Monat. Ab März 2012 finden die Veranstaltungen in der Kavalleriestr. 17 statt.

Programm 1. Halbjahr 2012

12. Januar
Umzugs-Stammtisch im Café Nio im Neuen Rathaus (19:30 Uhr)
9. Februar
Umzugs-Stammtisch im Café Nio im Neuen Rathaus (19:30 Uhr)
8. März (neue Adresse !)
Austauschabend mit Beamer-Folien
Römer in Germanien, Altsachsen, Kontaktzone zwischen Kelten und Germanen
12. April
9 nach Chr.: Varus und der Teutoburgiensis Saltus
Lokalisierung zwischen Marsch- und Lagertheorie
Beamervortrag von Jörg Meyer zu Theenhausen
21. April, 14:30, Treffpunkt Oerlinghauser Museum
Exkursion ins Archäologische Freilichtmuseum Oerlinghausen
Nur mit telefonischer Voranmeldung in der Geschäftsstelle 0521 512469.
10. Mai
Das Neueste aus Hiddenhausen
Gibt es Spuren von Varus im Kreis Herford?
Beamervortrag von Geophysiker Heribert Genreith
14. Juni
Westfalen zwischen Kelten und Germanen
Was verraten die Namen „Teutoburg“ und „Westfalen“ über die Kontaktzone der Eisenzeit?
Beamervortrag von Jörg Meyer zu Theenhausen

Soweit nicht anders gekennzeichnet finden alle Veranstaltungen ab März 2012 am neuen Standort von Stadtbibliothek, Stadtarchiv und Landesgeschichtlicher Bibliothek Bielefeld statt:

Kavalleriestr. 17, 2. OG, immer donnerstags um 19:30 Uhr

Kontaktadresse:
Jörg Meyer zu Theenhausen
Tel. 05201-667539
E-Mail: brief@biohof-mobil.de

Rückschau 17.12.2009
Bewertung möglicher Standorte zum Varuslager

  1. Hildesheim/Hiddenhausen

    Zu den bereits angesprochenen möglichen Standorten kam noch ein weiterer hinzu: Hildesheim!

    Jörg Thomas berichtete über die Hypothese (!) des Geologen Genreith. Danach wurde Varus auf seinem Rückzug vom Sommerlager in Hildesheim, wo angeblich römische Spuren gefunden wurden, in der Gegend von Bad Salzuflen Richtung Nordwesten gelockt. Bei Hiddenhausen wurde dann angeblich ein großes Marschlager errichtet, dessen Grundriss sogar in Google-Maps zu erkennen ist. Obwohl es leider keine frühkaiserzeitlichen Funde aus der Okkupationszeit gibt, wird es im Frühjahr 2010 einen Probe-Grabungsshnitt der Bielefelder Archäologen geben. Also abwarten!

    Wenn alles klappt, wird Herr Genreith 18.2. darüber in unserer Ag berichten.

  2. Minden/Porta Westfalica

    Die meisten Wortmeldungen fielen eindeutig auf ein Sommerlager in Minden/Porta Westfalica. Ursache ist wohl die bekannte Textstelle bei Cassius Dio und die Aus- Grabungen im Ortsteil Barkhausen. Außerdem spricht für Minden die günstige Verkehrs- Lage über Weser, Hellweg und die Landverbindung durch den Bielefelder Pass zur Lippe und zum Rhein.

    Die Verkehrsverbindungen in germanischer Zeit werden bei einem der nächsten Termine ausführlich zu behandeln sein.

    Minden ist auch Favorit der Teilnehmer Herr und Frau Panhorst, die über Ihre Hypothese sogar ein Buch geschrieben haben: „Leichenfledderei im Teutoburger Wald“.

    Frau Panhorst hat zugesagt, Ihre Forschungsergebnisse in einem Bildervortrag bei unserem nächsten Termin am Donnerstag, dem 21.1.10, im Stadtarchiv vorzustellen.

  3. Bad Salzuflen

    An zweiter Stelle der Standorte des Sommerlagers wurde Bad Salzuflen genannt. Hier Trifft sich Wesernähe und Erreichbarkeit von der Lippe her. Möglicherweise auch die Einbeziehung von Kalkriese als evtl. Schlachtort.

    Auf Platz 3 liegen gemeinsam Hameln und Anreppen:

  4. Hameln

    Wie bei Minden ist hier wohl ausschlaggebend die Textstelle bei Cassius Dio, aber auch die Verlängerung des Lippe-Wasserweges über den Hellweg und Paderborn nach Hameln.

  5. Anreppen

    Der Standort Anreppen erschließt sich aus der Tacitus-Stelle zum Germanicus-Feldzug und Die überlieferten Varus-Aktivitäten, die ein großes, luxuriöses Standlager erfordern. Außerdem die günstige Versorgungssicherheit sowie die zentrale Lage in Mitten der gegen die Römer kriegführenden Stämme. Dadurch kam es zu einer spannenden Dis- kussion über die neuen Siedlungsgebiete der Angrivarier im Ravensberger Land, die aufgrund von umfangreichen archäologischen Auswertungen jetzt nachgewiesen wurden.

    Neue kritische archäologische Zeitzuordung der römischen Lager an der Lippe stellen das Ende von Haltern (bisher 9 n.Chr.), Anreppen (bisher 6 n.Chr.) und damit auch Kalkriese (9 n.Chr.) in Frage.

    In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass auch der römische Wachturm in Bielefeld (Sparrenberger Egge) nicht mehr zwingend in die Drusus-Zeit datiert wird, und dass außerdem ein 2. Wachturm auf dem Brackweder Osninghöhenzug mit Sichtverbindung nach Süden entdeckt worden sein soll.

Ein gutes Neues Jahr 2010 wünscht Ihnen

Ihr Jörg Meyer zu Theenhausen