
Ulrich Andermann: Clamor Huchzermeyer (1809–1899). Ein Landpfarrer, Politiker und Superintendent im Rahmen der Minden-Ravensberger Erweckungsbewegung (29. Sonderveröffentlichung des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg e. V.)
1. Auflage 2025, 216 Seiten, Hochformat 16 x 23,5 cm
Münster: Verlag Aschendorff, ISBN 978-3-402-25202-4 (Print), 978-3-402-25203-1 (ePDF), Preis: 28,00 Euro
Im Buchhandel erhältlich
Beschreibung
Clamor Huchzermeyer (1809–1899) gehört zu den wirkungsmächtigsten Vertretern der Minden-Ravensberger Erweckungsbewegung. Nicht nur in seiner Heimatgemeinde Schildesche, sondern auch in der „Diöcese“ Bielefeld und in der preußischen Kirchenprovinz Westfalen zählt er als Landpfarrer, Superintendent und Mitglied der Provinzial- und Generalsynode zu den prägenden Kirchenmännern des 19. Jahrhunderts. Huchzermeyer bleibt seit seinem Mandat in der Preußischen Nationalversammlung von 1848/49 der Christlich-Konservativen Partei und seiner monarchis-tischen Haltung treu. Als Pastor vertritt er dagegen die Positionen eines orthodoxen Lutheraners. Das Buch liefert weniger eine Biographie als vielmehr eine Wirkungsgeschichte über seine nachhaltigen Leistungen bezüglich der Inneren Mission.
Inhalt
Vorwort (S. 9)
I. Einleitung (S. 11–14)
II. Biographische Anfänge (S. 15)
1. Herkunft (S. 15–16)
2. Schule, Studium und die Zeit als Pfarramtskandidat (S. 16–19)
3. Die Anstellung als Hilfsprediger (S. 20–22)
4. Heirat und Familiengründung (S. 22–24)
III. Die Zeit als Hilfsprediger seit 1840 (S. 25)
1. Theologische Strömungen (S. 25–26)
– a. Der Pietismus in Minden-Ravensberg (S. 26–27)
– b. Die „Lichtfreunde“ als Vertreter der rationalistischen Theologie (S. 27–28)
– c. Das Problem mit dem Gesangbuch (S. 28–31)
2. Kampf gegen gesellschaftliche und wirtschaftliche Missstände (S. 32)
– a. „Branntweinpest“ und Mäßigkeitsbewegung (S. 32–38)
– b. Gewerbepolitisches Engagement: Rettungsversuche für die Schildescher Spinner und Weber (S. 38–40)
3. Huchzermeyer als christlich-konservativer Parlamentarier in der Preußischen Nationalversammlung im Jahr 1848/49 (S. 41–42)
– a. Das Umfeld: der Konservatismus im Wahlkreis Bielefeld (S. 42–44)
– b. Spuren der Parlamentarierzeit (S. 44–47)
– c. Märzrevolution und demokratischer Aufbruch im Urteil Huchzermeyers (S. 47–49)
– d. Die politische Grundhaltung – eine vorläufige Zusammenfassung (S. 49)
4. Erweckungsbewegung und Innere wie Äußere Mission in Minden-Ravensberg (S. 49–50)
– a. Ursprünge, Traditionen, Ausdrucksformen und Protagonisten
– – aa. Die Erweckung als vorherrschende Form protestantischer Religiosität (S. 50–53)
– – bb. Diakonische Arbeit und Innere Mission (S. 53–54)
– b. Tätigkeitsfelder und Initiativen des Hilfspredigers Huchzermeyers
– – aa. Agent für die Verbreitung von Erbauungsliteratur (S. 54–57)
– – bb. Missionsfeste und Äußere Mission (S. 57–60)
– – cc. Frühe Gründungsinitiativen im Sinne der Inneren Mission (S. 60–62)
IV. Die Zeit als Gemeindepfarrer seit 1850 (S. 63)
1. Strukturen: die preußische Kirchenprovinz Westfalen im 19. Jahrhundert (S. 64)
– a. Von der Säkularisation des Stiftes Schildesche 1810 bis zur Rheinisch-Westfälischen Kirchenordnung von 1835 (S. 64–68)
– b. Entwicklung der Diöcese Bielefeld (S. 68–70)
– c. Entwicklung der Schildescher Patronatsgemeinde (S. 70–75)
2. Huchzermeyers Spuren – vornehmlich in der Kirchengemeinde Schildesche (S. 75–76)
– a. Historiographische Hinterlassenschaften (S. 76–78)
– b. Das Rettungshaus und die Präparandenanstalt auf der Schildescher Heide (S. 78–88)
– c. Das Evangelisch-Stiftische Gymnasium zu Gütersloh (S. 88–93)
– d. Ringen um den Fortbestand der gemeindlichen Armenfürsorge (S. 93–97)
– e. Wiederaufbau des Schildescher Kirchturms (S. 97–100)
– f. Das Pflege- und Krankenhaus, genannt „Huchzermeier-Stift“ (S. 100–106)
– g. Der Schildescher Jünglingsverein sowie Posaunen- und Kirchenchor (S. 107–110)
– h. Anfänge der Epilepsiearbeit in Bethel und Huchzermeyers Verhältnis zu Friedrich von Bodelschwingh (S. 110–112)
V. Die Superintendentur (1872-1894): ein Amt in hohem Alter (S. 113)
1. Weitere Institutionalisierung der Inneren Mission (S. 114–117)
2. Nichtsesshaftenhilfe in der Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf (S. 117–120)
3. Ein altes Thema: die Enthaltsamkeitssache (S. 120–122)
4. Die „Commission zur Hebung der Parochialnoth“ (S. 122–124)
5. Herausforderungen in Zeiten des Kulturkampfes (S. 124–125)
– a. Schulaufsichtsgesetz und der Kampf gegen die Simultanschulen (S. 125–127)
– b. Zivilstandsgesetzgebung (S. 127–128)
– c. Das Problem der „Dissidenten“ (S. 128–130)
6. Herausforderungen durch die Sozialdemokraten (S. 130–132)
7. Huchzermeyer auf der Berliner Generalsynode 1879 (S. 132–134)
8. Das Verhältnis zu Adolf Stoecker, Karl Iskraut und die Einstellung zum Judentum (S. 134–142)
VI. Huchzermeyers später Ruhestand (1894–1899) (S. 143)
1. Schwieriger Abschied von Schildesche und die Emeritierung nach Gütersloh (S. 144–147)
2. Lange Amtszeit, die Frage der Altersversorgung und der Tod im Jahr 1899 (S. 147–151)
3. Würdigungen (S. 151–154)
VII. Zusammenfassung (S. 155–162)
Anhang
Abkürzungen (S. 165)
Anmerkungen (S. 167–187)
Quellenverzeichnis
I. Archivalische Quellen (S. 189–191)
II. Gedruckte Quellen (S. 192–193)
Literaturverzeichnis (S. 195–208)
Personenregister (S. 209–212)
Ortsregister (S. 213–216)
